Mehrfamilienhaussiedlung mit Einstellhalle im Dorfkern

Wenn der Kern einer alten Scheune zu einem Ort der Ruhe und Pflege wird.

Mitten in einer bestehenden Scheune, eingefasst von zwei unveränderlichen Bestandswänden, entstand ein kompaktes, lichtdurchflutetes Kosmetikatelier – ein Beispiel dafür, wie viel Raumqualität sich selbst unter engen baulichen Vorgaben erzielen lässt.

Kostengünstige Neustrukturierung eines bestehenden Wohnhauses

Unter einem Dach: Wohnen und Arbeiten

Überdachte Terrasse für jeden Weg – bei jedem Wetter

Ein Zuhause für zwei Generationen

Die Aufgabe

Der mittlere Bereich einer Scheune sollte zu einem Kosmetikatelier umgebaut werden. Aus Kostengründen mussten dabei die beiden bestehenden Trennwände zur seitlichen Restscheune unverändert erhalten bleiben – der Umbau war also von Beginn an auf den fest vorgegebenen Grundriss zwischen diesen beiden Wänden beschränkt. Innerhalb dieses schmalen Korsetts sollten dennoch großzügig wirkende, helle Räume für Behandlung, Massage und Aufenthalt entstehen.

Die Lösung

Auf drei versetzten Ebenen wurde das Raumprogramm gestaffelt: Im Erdgeschoss liegt der Aufenthaltsraum mit kleiner Küche, belichtet durch ein großes rundes Fenster in der neu gestalteten Eingangsfassade. Ein halbes Geschoss versetzt darüber liegt der Massageraum, mit einer Liegefläche unter zwei Dachflächenfenstern sowie eigenem Waschbecken und Dusche für die Kundschaft. Ganz oben, im ausgebauten Giebel der Scheune, befindet sich der eigentliche Kosmetikbereich mit Behandlungsraum – erschlossen über eine durchgehende, alle drei Ebenen verbindende Treppe.

Nach außen bleibt die dunkle Holzverschalung der historischen Scheune weitgehend erhalten, während sich der neue Mittelteil mit heller Fassade, großem Rundfenster und einer raumhohen Verglasung im Giebel deutlich, aber respektvoll von der Bestandsstruktur absetzt. So bleibt die Herkunft des Gebäudes ablesbar, während der neue Nutzungskern selbstbewusst seinen eigenen Charakter zeigt.

Das Ergebnis

Trotz des begrenzten Grundrisses entstand ein Atelier mit spürbar unterschiedlichen Atmosphären auf jeder Ebene: ein einladender Empfang im Erdgeschoss, ein ruhiger, intimer Massagebereich auf halber Höhe und ein lichtdurchfluteter Kosmetikraum unter dem Giebel. Kundinnen und Kunden durchlaufen auf dem Weg nach oben eine kleine Raumreise – vom Ankommen über die Entspannung bis zur eigentlichen Behandlung. Die alte Scheunenhülle bleibt dabei spürbar, verleiht den neuen Räumen aber eine unerwartet warme, unverwechselbare Note.

Kurze Erläuterung zu den Fotos

1.+ 2. Foto: Innenhof der drei Gebäude als Gemeinschaftsraum ausgebildet, unter dem sich die Einstellhalle befindet

3. Foto: Strassenansicht eines der beiden Neugebäude mit der Einfahrt in die Einstellhalle

4. Foto: Innenhof mit Ansicht des dritten Gebäudes, eines ehemaligen, nun zum Wohnhaus umgebauten Bauernhauses

5. Foto: Detailaufnahme des zweiten, neu erstellten Wohnhauses. Erdgeschoss mit 1-geschossiger Wohnungsbauweise, Ober- und Dachgeschoss mit Maisonette-Wohnungen versehen. Die Treppe am Balkon führt zum gemeinsamen Gartenbereich.

6. Foto: Erstellte Stützmauern, die die bestehenden, umliegenden Gebäude unterfangen

7. Foto: Statische Hilfskonstruktionen, erstellt, um die Umgebung und die neu zu erstellende Einstellhalle zu sichern.

Projektinformationen

Typologie
Sozialer Wohnungsbau, 21 Wohneinheiten in drei Wohnkomplexen (2 Neubauten, 1 integriertes Bestandsgebäude)
Bauweise
Satteldächer mit Gauben, Ziegeleindeckung, gemeinsame Einstellhalle im Untergeschoss; Fundamentsicherung angrenzender Dorfkernbauten durch Betonwände
Wohnungstypen
Ebenerdige Wohnungen im Erdgeschoss, Maisonettewohnungen über Ober- und Dachgeschoss

Wo neues Wohnen auf gewachsene Dorfstruktur trifft – ohne sie zu verdrängen."