Wohnraum-Neustrukturierung
Wenn aus verbauten Zimmern ein offener, vielseitiger Lebensraum wird.
Nicht jedes Projekt beginnt auf der grünen Wiese. Manchmal liegt die größte gestalterische Herausforderung darin, aus einer alten, verbauten Struktur mit begrenztem Budget das Bestmögliche herauszuholen. Dieses Projekt zeigt, wie viel Raumqualität auch mit gezieltem Rückbau und durchdachten Eingriffen entstehen kann.
Kurze Erläuterung des Grundrissplanes: Die grau gefärbten Mauerbereiche liessen wir bestehen, die gestrichelten Linien zeigen die Mauerbereiche, die abgerissen wurden und die rot gekennzeichneten geben an, was neu gemauert werden musste. Die mit diogonal verlaufenden Strichen angegebene Fläche zeigt den heruntergehängten Deckenbereich mit Lüftung an.
Kostengünstige Neustrukturierung eines bestehenden Wohnhauses
Unter einem Dach: Wohnen und Arbeiten
Überdachte Terrasse für jeden Weg – bei jedem Wetter
Ein Zuhause für zwei Generationen
Die Aufgabe
In einem alten, kleinteilig verbauten Wohnhaus sollten zwei eigenständige Wohnungen entstehen – mit möglichst geringem finanziellem Aufwand und größtenteils in Eigenleistung der Bauherrschaft umsetzbar.
Der hier gezeigte Wohnbereich gehört zu einer der beiden Wohnungen und sollte trotz begrenzten Budgets modern, hell und funktional vielseitig werden: Platz zum Kochen, Essen, Fernsehen und – da die Bauherrin viel von zu Hause arbeitet – auch zum konzentrierten Arbeiten.
Die Lösung
Durch den gezielten Rückbau bestehender Trennwände entstand zunächst ein großzügiger, zusammenhängender Zirkulationsbereich anstelle der vorherigen kleinteiligen Raumaufteilung.
Um diesen offenen Raum dennoch sinnvoll zu gliedern, wurde eine abgehängte Decke eingezogen, die sich wie ein durchgehendes Band über Essbereich, Wohnzimmer und Arbeitsplatz zieht. In sie integriert sind Beleuchtung und Lüftung – eine kosteneffiziente Lösung, die räumliche Struktur und Atmosphäre schafft, ohne den offenen Charakter des neu gewonnenen Raumes wieder zu zerschneiden.
So entstand eine fließende Abfolge aus Essplatz, großzügigem Wohnbereich mit Beamer und Leinwand sowie einer ruhigen Arbeitsecke – alles unter einer gemeinsamen, klar gestalteten Decke und mit offenen Sichtachsen zur Küche. Kräftige Farbakzente wie eine tiefe Aubergine-Wand und bewusst gesetzte Materialkontraste verleihen dem Raum trotz des schmalen Budgets eine hochwertige, unverwechselbare Note.
Das Ergebnis
Aus einem verbauten Altbaubereich wurde ein offener, vielseitig nutzbarer Wohnraum, der Kochen, Essen, Entspannen und Arbeiten gleichermaßen Platz gibt – und sich dabei niemals beengt oder zusammengewürfelt anfühlt. Die Bewohnerin gewinnt einen Rückzugsort für den Feierabend ebenso wie einen funktionalen Arbeitsplatz, ohne dass eines der beiden dem anderen im Weg steht. Ein Beweis dafür, dass durchdachte Architektur nicht immer einen Neubau braucht.
Kurze Erläuterung der Fotos
1.Foto: Kosmetikbereich im Dachgeschoss
2.Foto: Zirkulation vom Kosmetikatelier in den unteren Bereich
3.Foto: Blick von der Zwischenebene ins Kosmetikatelier im Dachgeschoss und zum Ausgang / dem Aufenthaltsraum im Erdgeschoss
4.Foto: Blick vom Massagezimmer auf der Zwischenebene zum Duschbereich und zum Gang, welcher zum Ausgang führt
5.Foto: Atmosphäre im Massage- / Entspannungsraum
Projektinformationen
- Typologie
- Umbau eines Altbaus in zwei eigenständige Wohnungen, gezeigt: Wohnbereich einer Wohnung
- Bauweise
- Rückbau bestehender Trennwände zur Schaffung eines offenen Zirkulationsbereichs, Gliederung durch abgehängte Decke mit integrierter Beleuchtung und Lüftung
- Nutzung
- Essen, Wohnen mit Beamer/Leinwand, Arbeitsplatz – in einem zusammenhängenden, offenen Raum
- Nutzung
- Privates Wohnen & Pferdehaltung
- Besonderheit
- Kosteneffiziente Umsetzung, großteils in Eigenleistung; räumliche Gliederung ohne zusätzliche Wände